Kulturprojekt «RÄUBER»




Sehr geehrte Zuschauer/Innen

Schillers „Die Räuber“ ist ohne Zweifel inhaltlich und sprachlich hochkomplex. Zu komplex für eine Produktion im Rahmen des „Kulturprojekts“ könnte man sogar meinen.

Ziel der Produktion ist die Geschichte für eine eigene Bühnenfassung zu adaptieren: spielergerecht in Sprache, Form und Zeit. Um die Kernpunkte dieses klassischen Dramas herauszuschälen, die an Aktualität und Brisanz bis heute nichts einbüssten.

Zwei Brüder und ihr wohlhabender, berühmter Vater. Zwei Brüder, die unterschiedlicher nicht sein können: Franz, das „enfant terrible“, Karl der Musterknabe. Franz, das „hässliche Entlein“, Karl der anschauliche „Bonvivant“. Franz ein rasender Single, Karl solide liiert mit Amalia. Dass der Vater seinem Zweitgeborenen Sohn – Franz – nicht so viel abgewinnen kann wie seinem geliebten Karl, ist auch kein Geheimnis. Und während Karl weit weg von zu Hause seinem Studium frönt, hängt Franz frustiert zu Hause beim kränkelnden Vater rum und ringt vergebens um sein Ansehen. Neiderfüllt beginnt er seinen abwesenden Bruder mit hässlichen Intrigen zu vernichten.

Auf Grund dessen erhält Karl einen Brief seines Vaters, der ihn darin als „entehrt“, „enterbt“ und „für immer verbannt“ bezeichnet. Vor Entsetzen und Enttäuschung schier wahnsinnig, beschliesst Karl zusammen mit seinen Studentenfreunden eine Räuberbande zu gründen, um fortan in der „Unterwelt“ zu leben und sein Unwesen zu treiben. Als Racheakteure und „Gesell- schaftsverbesserer“. In der Hoffnung auf absolute Freiheit und Gerechtigkeit.

Ein abenteuerliches Robin-Hood-Epos beginnt. Zwischen Vaterliebe und Bruderhass, Freiheitsdrang und Weltverbesserung.

Stefan Camenzind